404 – File not found
Claus Wagner am 29. Mai 2008 um 20:08
Ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie stundenlang mit Suchmaschinen auf der Jagd nach der richtigen Information waren und dann, als ein Link endlich suggerierte, das Gesuchte gefunden zu haben: Klick – 404 – File not found! Outch, das tut weh. Es fühlt sich ein wenig an, wie mit 120 km/h in eine Sackgasse zu rauschen. Was für den Suchenden ernüchternd, ist für denjenigen, der die Infos anbietet verheerend, denn der Benutzer ist ob der Fehlermeldung weg. Wem gilt diese Fehlermeldung eigentlich? Wer hat hier einen Fehler gemacht?
Das emotionslose 404 mit seinem definitiven “File not found” klingt schon nach einer einseitigen Fehlerzuweisung: “Was suchst du hier? Hier gibt es nichts!” Benutzer, die auf solche Seiten stoßen, verlassen alleine schon wegen des Kauderwelsch die Seite und ziehen sich zurück.
404er Seiten wie Landingpages nutzen
Es steht außer Frage: Ein 404er kann passieren und er passiert. Alleine schon ein umbauen der Seiten reicht aus und schon werden die in den Suchmaschinen gelisteten Treffer ins Leere geführt. Aber müssen die Links ins Leere gehen? Nein, denn die 404er Seiten lassen sich gestalten. Und zwar so, dass man auch hier mit einer guten Usability für mehr Zufriedenheit, Effizienz und Effektivität sorgen kann.
Schritt 1: Weg mit dem Bedrohlichen
Als erstes sollte das 404 samt seinem “File not found” ersetzt werden. Lesen eh viele doch nur “Viile not faaaund” und wissen nicht so recht, was das bedeutet. Ersetzen Sie die Fehlermeldung mit einem freundlichen, prägnanten Hinweis, dass die Information woanders zu finden ist. Beispielsweise: “Wir bitten um Entschuldigung” gefolgt von einem kurzen Hinweis, was passiert ist. Bspw.: “Durch einen Seitenumbau sind die Informationen umgezogen.”
Auch freundliche Grafiken verbessern die Aussage der Seite. Aber passen Sie auf, dass Sie die Benutzer nicht mit Text überfordern. Schließlich sind sie auf der Suche nach einer bestimmten Info und nicht nach der Info, dass es die Info nicht mehr gibt.
Machen Sie bitte nicht den Benutzer verantwortlich. Also fangen Sie nicht gleich damit an, ihm mit erhobenem Zeigefinger auf mögliche Tippfehler aufmerksam zu machen – so nach dem Motto: Haben Sie ww statt www geschrieben?
Auch schlecht sind Entschuldigungen nach dem Motto: “Wir arbeiten noch an der Seite, daher tut es uns leid, dass es zu Fehlern kommt!” Das ist vergleichbar, wie wenn Sie in einen Laden kommen, und Sie fallen in eine Baugrube und von oben spricht der Verkäufer auf Sie ein: “Ups, aber wir bauen noch!”
Werden Sie auch nicht zu jovial: “Ups, da war was, das ist nicht mehr” oder “Autsch, das darf nicht sein, kommen ’se trotzdem rein!” Das ist anbiedernd und vor allem zynisch!
Schritt 2: Helfen Sie finden
Helfen Sie dem Benutzer: Geben Sie ihm die auf Ihrer Website übliche Navigation zur Hand. Fordern Sie den Besucher auf, sich weiter umzusehen. Und vor allem: Bieten Sie ihm ein Suchformular an, das er gleich befüllen und nutzen kann.
Sollten sie sogar wissen, welche Aufrufe für die 404er zuständig sind, dann listen Sie die richtigen Links auf, dann kann es gleich mit dem nächsten Link weitergehen.
Vermeiden Sie aber bitte, eine Alternative zu zeigen, nach dem Motto: “Videocamera nicht gefunden? Wir haben auch prima TV-Geräte!” Das passt nicht und wirkt nicht.
Und neben einer Suchmaske ist es auch dienlich gleich ein Formular für E-Mail-Kontakt einzufügen, um wichtige Fragen dennoch loszuwerden.
Einfache Schritte um Besucher nicht zu verprellen und trotz eines offensichtlichen Fehlers Service zu bieten.
Schmunzelnd und nett, die 404er von The New Yorker. Die 404er von Apple ist auch nicht schlecht.
Eine Sammlung von zumindest bildhaft interessanten 404 Umsetzungen finden Sie unter Dr.Web’s Blog. Ob diese allerdings immer so geeignet sind…
Nachtrag: Auf für Blogger ist das 404er ein Thema. Karl-Heinz Wenzlaff schreibt darüber in seinem Blogtrainer und gibt gute Tipps.
