Barrierefreiheit – kein Service für Minderheiten
Claus Wagner am 31. Mai 2008 um 09:35
Bei vielen Web-Projekten werde ich darauf angesprochen, was denn von dieser Barrierefreiheit zu halten sei, die ja in aller Munde sei. Gefolgt von der etwas versteckten Frage, um was es sich dabei eigentlich handelt.
Nun, die Barrierefreiheit ist nicht webspezifisch, sondern allgemeingültig und “… bedeutet, dass Gegenstände, Medien und Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Behinderung uneingeschränkt benutzt werden können.” (Zitat, Wikipedia)
Und das gilt natürlich auch für Webangebote. Zwar nicht per Gesetz, sondern auf eher freiwilliger Basis. Doch sind bspw. Behörden der Bundesverwaltung bei Ihren Webaktivitäten per Gesetz dazu verpflichtet (BITV). Für die Länder und deren Ämter gelten ähnliche, aber eigene Verordnungen.
Auch wenn das Gesetz für einige Angebote nicht gilt, frage ich mich bei meinen Streifzügen durch die verschiedenen Internetangebote – gerade bei Städten und Gemeinden – warum nicht gerade hier mehr Augenmerk auf Barrierefreiheit gelegt wird.
Einen sehr interessanten Einblick finden Sie auf Liechtenecker’s Blog, wie bspw. Sehbehinderte Informationsangebote im Web wahrnehmen. Es ist hoch interessant, diese Kommentare zu lesen. Wenn man dies nun vor dem Hintergrund einer unlängst stattgefundenen Usability-Studie von Reisebuchungsseiten im World-Wide-Web sieht, die als Fazit feststellt, dass es vielen Benutzern schlicht nicht möglich war, eine Reise zu buchen, dann…
Achja, noch ein Tipp: Wußten Sie, dass in Deutschland bis ins Jahr 2050 die Zahl der 80jährigen und älteren verdreifacht hat und somit von heute knapp 4 Millionen auf satte 10 Millionen? Ja, nicht nur wer einen Behindertenausweis hat, ist beeinträchtigt. Bei jedem Menschen lassen die verschiedenen Sinne im Laufe der Jahre nach. Barrierefreiheit bedeutet also bei weitem nicht “Seiten für Minderheiten zu optimieren” sondern für jeden Menschen zu vereinfachen!

am 2. Juni 2008 um 16:29 Uhr.
danke für den backlink und jawohl, barrierefreiheit ist wirklich für alle!
mein killerargument als draufgabe: Google & Co sind die blindesten User
am 4. Juni 2008 um 14:27 Uhr.
Hallo Jürgen,
gerngeschehen… und dein Killerargument ist prächtig… google & Co, die blinden Suchmaschinen…
) Das hat was…
am 2. Dezember 2008 um 12:04 Uhr.
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