Usability – zur Not eine One-Man Show

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Claus Wagner am 4. Juni 2008 um 09:40

Meine Erfahrungen in Punkto Usability sind oftmals von Unternehmen zu Unternehmen deckungsgleich: “Wenn ich es bedienen kann, dann können es andere auch”, sagt der Chef und weiter: “Tausende Benutzer zu befragen kostet mich ja ein Vermögen.” Ich weiß, es ist nicht immer gut, dem Chef zu widersprechen. Aber…

… in diesem Fall sollten Sie es auf jeden Fall tun. Denn er hat in keinem seiner Argumente recht. Erstens ist er nicht der allgemeingültige Benutzer der Seite. Dafür weiß er zuviel über Sinn und Zweck des Angebots (hoffe ich zumindest). Und für einen ersten Eindruck, ob die Seite benutzbar ist oder nicht, braucht es keinen Feldversuch mit tausenden von Probanden.

Lieber einen 30 Minuten Test mit einer Person, als gar keinen Test zu machen! Nicht, dass ich jetzt dafür plädiere, alle Usabilitytests auf nur noch einen Probanden zu schrumpfen. Nein, vielmehr möchte ich Zweifler davon überzeugen, dass Usabilitytests sinnvoll sind und schon erste kleine Schritte wichtige Einblicke geben können.

Interessant: Auf dem Barcamp Bodensee hat Peter Hogenkamp gezeigt, wie ein solcher Test aussehen kann.

Der Wow-Effekt, dass sich mit einfachen Mitteln bereits erste Erkenntnisse einstellen können, ist garantiert. Ein Tipp von mir noch: Auch dieser Test sollte von jemandem gemacht werden, der schon einige solcher Untersuchungen gemacht hat. Denn es ist garnicht so einfach, den Probanden nicht zu beeinflussen. Alleine schon das Eingangsinterview ist nicht immer so einfach, wie es den Anschein hat. Der Moderator, der Interviewer an sich, sollte ebenfalls ein paar Eigenschaften besitzen, der ihn für die Aufgabe auszeichnet.

Wichtig ist meines Erachtens: Der Test sollte von jemandem vorgenommen werden, der nichts mit der Anwendung zu tun hat. Also unverwandt ist. Das gibt ihm den notwendigen Abstand, das Geschehen so zu beurteilen, wie es wirklich ist.

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4 Kommentare zu “Usability – zur Not eine One-Man Show”

  1. Peter Hogenkamp

    Auch wenn’s am BarCamp war, schreibe ich mich mit “k” in der Mitte. :-)

  2. admin

    Ach du schreck… t’schuldigung, wird sofort geändert… das war mal wieder ein Synapsenkurzschluss vor lauter Camp und Kamp… Sorry nochmals!

  3. Jürgen Liechtenecker

    Wir suchen den Dialog mit dem Endnutzer und laden 10 Kunden ein es als Betatester zu betrachten. Am besten auch eingeschränkte User mitnehmen.

  4. Claus Wagner

    Hallo Jürgen,

    inwiefern sind deine User eingeschränkt: Motorisch oder sensitiv?
    Gruß Claus

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