Schreiben fürs Web Teil II

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Claus Wagner am 19. Juni 2008 um 13:34

informationsicon.jpgIm ersten Teil dieses Artikels habe ich mich kurz über die unterschiedliche Art und Weise der Nutzung von verschiedenen Medien ausgelassen. Aber heute möchte ich ein wenig “Butter bei die Fische” tun und ein paar Grundlegende Tipps für Webtexte geben.

Wer liest denn heute noch?

Fast niemand mehr. So schlimm es klingt, so wahr ist es. Gerade im Netz sind die Menschen oftmals unter Zeitdruck auf der Suche nach Informationen. Der Informationsvorsprung ist wichtiger denje geworden. Daher werden Seiten, die aufgrund von Suchanfragen aufgelistet werden, nur noch gescannt. Oder auf deutsch: Überflogen.

Jakob Nielsen hat einmal in seiner Alertbox geschrieben, dass nur 20 – 28% des Textes einer Webseite gelesen werden. Nicht viel. Also ist das Ziel, in dieser kurzen Zeit so viel an Informationen zu übertragen, wie möglich.

Tipp 1: Kurze Sätze

Kurze Sätze bestehen aus Subjekt, Verb, Objekt. Sie sind die kürzeste Einheit der Grammatik.

Tipp 2: Aktiv

Aktives Schreiben unterstützt aktives Lesen. Daher vermeiden Sie passive Konstruktionen.

Tipp 3: Verben

Nicht werben sondern Verben! Sie sind die beste Wortform überhaupt. Sie sagen das, was gemeint ist. Kurz, prägnant und passend.

Tipp 4: Füllwörter raus

Indes, nun, tja, eigentlich – alles schöne Wörter, aber sie blähen den Satz auf und stören beim Lesen.

Tipp 5: Fremdworte vermeiden

Fremdworte sind Stolpersteine. Das Auge ist sie nicht gewohnt und kann sie nur schwer erkennen. Daher stören auch diese Worte. Nehmen Sie der Zielgruppe entsprechende Wörter, die ihr geläufig sind.

Tipp 6: Absätze

Nichts stört mehr als Bleiwüsten. Absätze setzen! Aber bitte nur dort, wo sie einen Sinn haben.

Tipp 7: Medienwechsel anbieten

Wenn Sie viel zu sagen haben, dann nutzen Sie das dafür geschaffene Medium. Reißen Sie das Thema auf Ihrer Website kurz an, bieten Sie dann aber einen Medienwechsel an. Am Bildschirm lesen ist auch heute noch anstrengend. Ausdruckmöglichkeiten anbieten.

Tipp 8: Wichtigstes zuerst

Das Wichtigste an den Anfang. Zusammenfassung schreiben.

Tipp 9: Keinen Literutrnobelpreis anvisieren

Wenn Sie einen Roman schreiben wollen, dann tun Sie es. Aber nicht im Web. Allzu prosaisches gehört aus den Texten verbannt. Sachlich, fachlich und auf den Punkt.

Tipp 10: Zahlen als Ziffern

Auch wenn Sie es in der Schule anders gelernt haben. Zahlen sind schneller für das Auge erfassbar, wenn sie als Ziffern gesetzt sind. Auch die über 12. Ein Wort wie dreimillioneinhundersechsundsechzig kann ja niemand mehr lesen.

Mehr Tipps gibt es im CommWeCon Vorlesungskript (kostenlos) als PDF gibt es im Bereich “Content Creation” – “kostenlose Skripte”

Und einen Literaturtipp für Fachautoren:

Fachjournalismus: Expertenwissen professionell vermitteln (Praktischer Journalismus): Expertenwissen professionell vermitteln (Taschenbuch)

Hinweis: Dies sind Tipps für Webseiten, die klassisch Informationen anbieten. Für Blogs und Podcasts gelten andere Regeln.

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2 Kommentare zu “Schreiben fürs Web Teil II”

  1. The Art of Web Usability » Blog Archive » Schreiben fürs Web Teil I

    [...] Mehr Tipps zum Schreiben fürs Web im Teil II… [...]

  2. The Art of Web Usability » Blog Archive » Texten für das Web: Wenn’s vom Guten zuviel ist

    [...] ich habe auf diesem Blog (oder sagt man in diesem Blog) ein paar Tipps für Onlinetexte veröffentlicht. Hier nochmals kurz zur [...]

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