Die Motivation als Grundlage guten Inhalts. Ein Beispiel.
Claus Wagner am 1. Juli 2010 um 11:41
Menschen haben Motive. Besonders diejenigen, die Websites besuchen. Sie haben einen Grund, weshalb sie das Angebot aufrufen: Sie sind auf der Suche. Und hoffen, dass die aufgerufene Website ihre Suche unterstützt und somit die Suche erfolgreich beendet wird. Nämlich so, dass die Bedürfnisse befriedigt sind und der Mensch zufrieden die Seite wieder verlässt.
Die Website mit allen ihren Bestandteilen muss also einem Ziel folgen: die effektive, effiziente und zufriedenstellende Untersützung des Menschen bei der Erfüllung seiner Ziele.
Und diese Ziele sind getrieben von unterschiedlichen Motivationen. Motivation als Treibsatz des Zielerfüllens.
Unterschiedliche Motivation
Sie kennen es vielleicht von sich selbst. Motivation kann unterschiedliche Ausprägungen haben. Meist ist von Motivation dann die Rede, wenn sie komplett ausbleibt: „Ich bin heute überhaupt nicht motiviert!“. Gerade beim Lesen gibt es unterschiedliche Motivationen, warum etwas gelesen wird. Da wäre die wohl ursprünglichste Basis der Motivation. Wird etwas freiwillig oder unter Zwang gelesen? Schön bildhaft ist hier das Beispiel des Lesens eines Romans im Gegensatz zum Lesen eines Fachbuches zur Vorbereitung auf eine Prüfung.
Auch das Lesen eines Fluchtplanes kann unterschiedliche Motivationen haben. Manche Lesen in einfach zum Zeitvertreib. Gemütlich in lockerer und ungetrübter Atmosphäre, vielleicht um im Falle eines Falles, den Weg schon eingepärgt parat zu haben. Andere wiederum ignorieren solche Pläne so lange, bis es qualmt und im wahrsten Sinne des Wortes brenzlig wird. Dann muss der Plan gelesen werden, wenn einem Körper und Seele lieb sind.
Motivationen vs. Ziele
Motivationen und Ziele sind nicht gleich. Wichtig ist aber, dass die Motivation einem Ziel eine bestimmte Ausprägung verleihen kann. Ähnlich der Sprache, in der ein Adjektive ein Substantiv unterschiedlich bewerten kann. So ist das Wort Haus prinzipiell in seiner Aussage neutral. Durch Anfügung der Adjektive hässlich oder schön erhält das Wort eine Einfärbung besonderer Art.
So verhält es sich mit dem Einfluss von Motivationen auf die Ziele. Zwischen der Aussage „Ich darf Schuhe kaufen“ und „Ich muss Schuhe kaufen“ liegen Welten.
Ein Ziel, unterschiedliche Motivationen
Zu unserem Beispiel: Nehmen wir folgende Situation an. Ein Mensch möchte eine Tasche für einen neu erworbenen Laptop kaufen. Der Erwerb dieser Tasche ist also sein Ziel.
Seine Motivation kann sein: Er hat sich endlich den Traum eines eigenen Multimedia-Laptops erfüllt und sucht eine passende Tasche für das gute Stück. Eine weitere Motivation könnte sein: Er hat das Gerät geschenkt bekommen und sucht sich eine Tasche dazu. Oder: Er hat keine Ahnung von Laptops, er braucht die Tasche als Geschenk für einen Freund. Oder: Das Laptop ist ein Firmenlaptop und er sucht eine Tasche dafür.
Stellen wir die Ziel-Motivations-Komibinationen einem Screenshot aus einem Onlineshop gegenüber:
Der Bildschirmausschnitt zeigt das Angebot einer Laptoptasche. Einzige Infos: Name der Tasche und der reduzierte Sonderpreis.
Der folgende Ausschnitt zeigt ebenfalls ein Angebot für eine solche Tasche:
Und wie sieht es mit diesem Beispiel aus?
Die Unterschiede sind nicht nur im Design auffällig, sondern auch in der Beschreibung des Artikels.
Welche Fragen werden von welchem Ausschnitt besser beantwortet?
- Form?
- Farbe?
- Attraktivität?
- Preis?
- Format passend für (meinen) Laptop?
- Maße und Gewicht
- Material
- Flexibilität (Fächeranzahl, Trageriemen etc.)
Wer kennt seine Außenmaße seines Laptops auswendig? Kennt man nicht viel eher die Zollangabe der Bildschirmdiagonale? Werden Laptops nicht eher mit diesem Argument verkauft? Sollte dann nicht auch die passende Tasche mit diesem Argument verkauft werden?
Spielt der Preis eine Rolle? Wenn ja, ist es nur der Preis oder auch die Gegenleistung die man dafür bekommt? Also beispielsweise das Material, aus dem die Tasche gefertigt ist. Es macht sicherlich einen Unterschied, ob die Tasche aus Leder, Aluminium, Stoff oder etwas anderem gefertigt wurde.
Ist die Aussage über das Volumen ausschlaggebend?
Die Motivation ist der Maßstab, nach dem diese Fragen beantwortet werden können. Für den einen reicht es aus, für den anderen nicht. Je mehr Fragen beantwortet werden können, desto mehr Motivationen werden berücksichtigt. Und die Fragen der wahrscheinlichsten Motivation sind als erstes zu beantworten.
Beispiel:
Tasche für:
- 10″ Laptops (43×32x15cm)
- Leder- 5-Seitentaschen
- Gesamtvolumen: 15 Liter, Gewicht (leer) 1 kg
- inkl. Trageriemen
90,- € (in den Farben rot, schwarz, weiß)
Artikelnummer und nichtsagende Informationen wie „funktioniell“ sind Ballast und bringen keinen wirklichen Mehrwert bei der Erreichung des Zieles.
Fazit:
Die Motivation bei der Erreichung von Zielen spielt eine große Rolle, die zu einem großen Teil vom Inhalt einer Seite aufgefangen und umgewandelt werden muss. Um diese Aufgabe meistern zu können, ist es wichtig, dass diese Motivationen schon beim Erstellen der Inhalte bekannt sind. Hier hilft das Arbeiten mit Methoden wie Persona.

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am 18. Juli 2010 um 13:30 Uhr.
[...] bei der Zielgruppe zu erwartende Motivationen in den Beschreibungen ausreichend [...]